AGUAMIX Forschung

Problematik

Colibakterien, Legionellen, Pseudomonaden & Co

Coliforme Keime gelten als Indikatoren für die Wasserqualität, die Anzahl der gemessenen Keime bestimmt die Qualitätsstufe. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie zu schwerwiegenden Infektionskrankheiten führen.

Wenn die Bakterie Legionella pneumophila gehäuft auftritt, droht die Gefahr der „Legionärskrankheit“, einer oft tödlich verlaufenden Lungenentzündung.

Pseudomonas aeruginosa gilt als bedeutender Krankenhauskeim, verursacht Lungenentzündungen, Blutvergiftungen und Wundinfektionen.

Unser Trinkwasser wird von den Wasserwerken in Lebensmittelqualität geliefert. Es ist nicht frei von Keimen, jedoch nährstoffarm, um die Vermehrung dieser Mikroorganismen zu unterbinden. Gefährlich werden die resistenten Keime dort, wo erwärmtes Wasser im Zusammenspiel mit nährstoffreichen Werkstoffen und nicht durchspülten Räumen, sogenannten Totwasserbereichen, optimale Bedingungen für die Keimvermehrung bietet. Hier kann sich der Biofilm, in den die Mikroorganismen eingebettet sind, rapide entwickeln.

Die aktuelle Flemming-Studie

Eine aktuelle, von Prof. Dr. Hans-Curt Flemming koordinierte Studie(1) zu Kontaminationen des Trinkwassers durch Biofilme aus der Hausinstallation in Krankenhäusern, Arztpraxen, Kindergärten und dergleichen belegt die Notwendigkeit von Vorsichtsmaßnahmen. Ergebnisse der Multifaktorensuche zeigen, dass es in der Haus- installation in erheblichem Umfang zur Kontamination des Wassers durch hygienisch relevante Mikroorganismen kommen kann. Sie stammen überwiegend von Biofilmen auf Werkstoffen, die mikrobielles Wachstum unterstützen, wobei eine Temperatur von ca. 25 bis 50 °C das Wachstum begünstigt.

(1) BMBF­Verbundprojekt „Biofilme in der Trinkwasser­ Installation“. Projektdauer 01.10.2006 bis 30.04.2010. Koordination: Prof. Dr. Hans­Curt Flemming, Biofilm­Centre, Universität Duisburg­Essen.
5 Forschungspartner, 17 Industriepartner. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Proben im Johns Hopkins Hospital

2011 wurden Ärzte und Hygieniker von einer amerikanischen Untersuchung aufgeschreckt: Sensorgesteuerte Armaturen können mehr krankmachende Keime beherbergen als herkömmliche Wasserhähne. Eigentlich werden elektronische Armaturen eingesetzt, um Infektionen zu vermeiden. Die automatische Steuerung soll das Anfassen überflüssig machen und so vor einer Keimübertragung durch die Hände schützen. Die im Johns Hopkins Hospital in Baltimore untersuchten Wasserproben ergaben jedoch, dass 50 % der Proben aus den Automatikarmaturen mit Legionellen kontaminiert waren, während bei den manuellen Wasserhähnen nur 15 % betroffen waren(2).

Die Folgerungen aus diesen Ergebnissen können nur lauten: Konventionelle Sensor-Armaturen bergen Risiken. Das muss nicht sein. AGUAMIX beweist das Gegenteil. Die spezielle Technik beugt Biofilm vor und verhindert höhere Keimzahlen. 

(2) Vortrag von Emily RM Sydnor, Johns Hopkins University, auf der Jahreskonferenz SHEA 2011 in Dallas